Alle Beiträge von Lisa Täger

Goals connect – Berlintour 2017

Im Oktober waren wir mit unserem Modul Flucht & Asyl an 3 Berliner Schulen unterwegs – Stationen waren die Fritz-Karsen Schule in Neukölln, die Schule am Berlinickeplatz in Tempelhof und die Askanier Grundschule in Spandau.

Die Projekttage waren wir immer sehr spannend und haben wieder einmal deutlich gemacht, wie groß der Bedarf ist, dass für die großen Themen ‚Flucht‘ und ‚Integration‘ im Schulalltag Raum geschaffen wird. Die Schülerinnen und Schüler hatten jede Menge Fragen und ein großes Interesse daran, sich mit eigenen Haltungen und Vorinformationen auseinanderzusetzen.

Gerade vor dem Hintergrund des Rechtsrucks in Deutschland und der Herausforderung, das Ankommen, aber auch den nächsten Schritt der gesellschaftlichen Partizipation von Geflüchteten zu ermöglichen, ist es enorm wichtig, eigene Haltungen und oft leichtfertig gebildete Meinungen zu doch sehr komplexen Themen beständig zu hinterfragen. Einen kleinen Raum hierfür schaffen wir mit unseren Projekttagen, die ohne Bewertung oder Zielsetzung prozessorientiert gestaltet werden.

Mehr zu den Inhalten und anderen Modulen finden Sie hier.

Gefördert durch Engagement Global mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Loitokitok im Staub – Dürre in Ostafrika

Phyllis und ihre Kinder 2016 vor der Dürre

Nach einem Telefonat mit Phyllis sehen wir uns verpflichtet diesen Beitrag mit euch zu teilen. Denn die Situation in Ostafrika ist verheerend und wird längst nicht genug von den Medien und der Weltöffentlichkeit wahrgenommen. Phyllis ist Lehrerin in der kenianischen Kleinstadt Loitokitok, die wir bei der Begleitung von 20 extrem bedürftigen Kindern durch die Schullaufbahn finanziell unterstützen (Projekt Loitokitok). In dem Telefonat berichtete sie uns von den direkten Auswirkungen der Dürre auf das Leben in Loitokitok.

Hintergrund: Die kurze Regenzeit, normalerweise von Oktober bis Dezember, ist 2016 in einigen Regionen Ostafrikas nahezu ausgefallen. Die Situation ist besonders schwierig, da es das dritte Dürrejahr in Folge ist; nach mehreren Jahren, in denen die Nahrungsmittelproduktion extrem schwierig war, sind die Vorräte aufgebraucht und die Menschen komplett auf regionale und internationale Märkte angewiesen, um sich zu ernähren.

Chronische und sich tendenziell eher verschlimmernde Konflikte in der Region (Südsudan, Somalia, Nordkenia) erschweren den Nahrungsmittelanbau und teilweise sogar den Zugang zu einigen Regionen. Die Zahlen von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, um etwas zu essen zu finden, steigen enorm; alleine in Uganda befinden sich momentan mehr als 1 Millionen als Geflüchtete registrierte Menschen. Damit ist Uganda das afrikanische Land, das die größte Zahl an Vertriebenen aufgenommen hat, und nun ist auch Uganda von der Dürre bedroht.

Krankheiten brechen vermehrt aus, die Immunsysteme der menschen sind enorm geschwächt, vor allem treten das Chikungunya-Fieber, Cholera, Masern, und Dengue ungewöhnlich häufig auf.

Wettervorhersagen gehen von extrem niedrigen Regenfällen in der kommenden „großen“ Regenzeit März-Mai 2017 aus, was die Situation weiter enorm verschärfen wird. Wichtige Flüsse sind bereits ausgetrocknet oder führen extrem wenig Wasser (v.a. Somalia: Shabelle, Dawa und Juba), und Bewässerung von Feldern ist nahezu unmöglich da Flussbecken in allen drei hauptsächlich betroffenen Ländern (Somalia, Äthiopien, Kenia) nahezu ausgetrocknet sind. Eine Raupenplage vernichtet momentan zusätzlich das wenige, was angebaut werden kann.

Obwohl globale Weizen und Mais Preise im Jahr 2016 gesunken sind, hat sich der FAO Food Price Index für Ostafrika mehr als verdoppelt. Ein Trend der 2017 noch weiter anhalten wird (z.B. ist in Uganda der Maispreis um 75 % gestiegen!). Vieh stirbt in alarmierenden Raten und die Viehpreise sinken dramatisch aufgrund des Zustands der Tiere und der geringen Nachfrage. Milch und Milchprodukte sind viel zu teuer und der Eiweissmangel in der Bevölkerung alarmierend.

Nach neusten Zahlen sind 12,8 Mio Menschen in Ostafrika von Hunger bedroht, und 600.000 Säuglinge unter 5 Jahren vom Tod durch Mangelernährung. Geschätzt 6 Mio. Kinder sind  momentan nicht in der Schule aufgrund der Dürre (in Äthiopien haben knapp 600 Schulen sogar geschlossen).

Phyllis berichtet von der dramatischen Situation in Loitokitok, der Kleinstadt am Fuße des Kilimandscharo, die nahezu im Staub versinkt. Sie sagt, dass sie sich nicht vorstellen könne, wo das in diesem Jahr noch hinführen wird. Die Menschen hätten jetzt schon kein Geld mehr, aber nur Geld kann momentan die Ernährung sichern. Denn Anbauen könne unter diesen Umständen in der Region keiner mehr.

Bei all den wichtigen Gedanken zu Charity und Spendenaktionen ist akute Nothilfe jetzt im Moment enorm wichtig.  Aber auch langfristig müssen wir versuchen die lokale Bevölkerung dabei zu unterstützen resilienter zu werden. Um so besser auf Dürren reagieren zu können. Denn der Klimawandel ist Realität und die letzten beiden Jahre mit Sicherheit nicht die letzten trockenen in diesem Jahrzehnt.

Wir von goals connect versuchen einen Teil beizutragen, in dem wir Phyllis dabei unterstützen, zumindest 20 Kindern eine Schul- und Berufsausbildung zu ermöglichen. Da wir kein Verein sind, der Einnahmen generiert, sind wir hierbei auf Spenden angewiesen, die wir gebündelt an Phyllis weiterleiten.
Wir freuen uns über jede Unterstützung.

goalsconnect e.V.
Kreissparkasse-Saale-Orla
IBAN: DE16830505050000013757
BIC: HELADEF1SOK
Betreff: Phyllis

 

1+1 = 2 Wochen Hauptstadt-Tour

Der Startschuss für die Hauptstadt ist gefallen. Genauso bunt wie Berlin war auch die erste Woche für uns. Für Lisa und Basti hieß das: Projektkoffer packen, Navi bespielen und los geht’s. Unser Programm war gespickt mit drei Sehenswürdigkeiten in Neukölln, Tempelhof und Spandau.

Los ging es am Dienstag im Kinder & Jugendzentrum Lessinghöhe. Die Spannung war sehr groß, da es sich hier um eine rein freiwillige Nachmittagsveranstaltung gehandelt hat. Umso größer war unsere Freude, dass mehr als zehn Jugendliche und Kinder mit uns einen lustigen und lehrreichen Nachmittag verbracht haben. In mehr als drei Stunden wurde aufgeregt diskutiert und neugierig nachgefragt.

Auch die beiden nächsten Tage sollten dem in nichts nachstehen. Auch an den offiziellen Projekttagen der Georg-von-Giesche-Schule in Tempelhof und Askanier-Grundschule in Spandau war das Interesse an unserem Modul „Flucht und Asyl“ ungebrochen. Schüler*innen und Lehrer waren bei Diskussionen und bei den Unterrichtseinheiten mit viel Engagement dabei. Man spürte, dass dieses Thema nicht nur die Debatten der letzten Wochen beherrscht, sondern oftmals mehr Fragen als Antworten aufgeworfen hat. In den Gesprächen und den anschließenden Feedbacks wurde uns unisono mitgeteilt, wie gut und spannend das Modul aufgebaut ist und das viele Fragen geklärt werden konnten. Besonders wichtig war vielen, dass medial oft einseitig dargestellte Sachverhalte unter einem neuen Licht betrachtet werden konnten.  Die erste Woche war nicht nur für uns als Verein ein voller Erfolg. Es hat vor allem Spaß gemacht mit vielen aufgeschlossenen und interessierten Jugendlichen zu arbeiten und mit ihnen in Dialog zu treten. Unser Dank geht daher direkt an alle, die daran teilgenommen haben.

Woche zwei der Berlin-Tour führte uns durch Lichtenberg, Neukölln und Hohenschönhausen.

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